Beim souveränen 4:0-Auswärtssieg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in der Nations League gegen Schottland gab es eine bemerkenswerte Premiere – nicht sportlich, sondern symbolisch. Mittelfeldtalent Alara Sehitler lief erstmals nur mit ihrem Vornamen auf dem DFB-Trikot auf. Der Grund: Ihr Nachname wurde in sozialen Netzwerken in einen rassistischen Kontext gerückt.
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Eine bewusste Entscheidung gegen Missbrauch
Alara Sehitler, 18 Jahre jung und beim FC Bayern München unter Vertrag, entschloss sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie ließ ihren Nachnamen vom Trikot entfernen. Die Begründung ist ernst – im Netz wurde ihr türkischer Nachname, der im Original „Märtyrer“ bedeutet, durch Wortspiele mit Adolf Hitler in einen rechtsextremen Zusammenhang gebracht.
Die Spielerin wandte sich an ihren Klub, der gemeinsam mit dem DFB und der UEFA die Namensänderung auf dem Trikot umsetzte. Alara berichtete im ZDF, dass sie den Wunsch selbst äußerte und dieser schnell unterstützt und genehmigt wurde. Seit Jahresbeginn läuft sie nun ausschließlich unter ihrem Vornamen auf – im Verein und in der Nationalmannschaft.
Einsatz in Schottland: Symbolik trifft Leistung
Beim Nations-League-Spiel gegen Schottland in Dundee wurde Alara in der 76. Minute eingewechselt. Auf dem Rücken trug sie die Nummer 17 – und eben nur „Alara“. Es war ihr zweiter Einsatz für die A-Nationalmannschaft. Ihre Premiere im DFB-Dress feierte sie noch mit vollem Namen beim 6:0-Testspielsieg gegen die Schweiz im November.
Die Maßnahme, nur den Vornamen zu verwenden, bleibt eine Ausnahme und ein starkes Signal zugleich: Gegen Rassismus, gegen Hetze – und für die Freiheit, sich nicht von anderen definieren zu lassen.
Alara auf dem Weg nach oben
Die in Weingarten geborene Schülerin zählt schon länger zu den größten Hoffnungen im deutschen Frauenfußball. In der laufenden Saison gelang ihr bei Bayern München der Durchbruch, was auch Bundestrainer Christian Wück auf sie aufmerksam machte. Technisch stark, spielintelligent und mit einem feinen Gespür für Räume – Alara bringt alles mit, was eine moderne Mittelfeldspielerin auszeichnet.
Auch im Nachwuchsbereich des DFB hat sie bereits ihre Spuren hinterlassen: 2022 gewann sie mit der U17 die Europameisterschaft, ein Jahr später wurde sie mit der U19 Vize-Europameisterin. Für ihre Leistungen erhielt sie die Fritz-Walter-Medaille in Gold – eine der höchsten Auszeichnungen für junge Talente in Deutschland.
Ein Name als Statement
Dass Alara nun ohne Nachnamen aufläuft, ist kein Rückzug – es ist eine Haltung. Die junge Spielerin setzt damit ein klares Zeichen gegen die Vereinnahmung ihrer Identität durch rechte Hetze. Und sie zeigt, dass sportlicher Erfolg und persönliches Standing sich nicht ausschließen müssen.