Deutschland bei der WM 2026 – WM-Kader, Gegner, Spielplan & Tabelle

WM 2026: Deutschland erwischt machbare Gruppe E – Pflicht, kein Selbstläufer

Bundestrainer Julian Nagelsmann kann mit der Gruppen-Auslosung zur WM 2026 zufrieden sein. Mit Ecuador, der Elfenbeinküste und Curaçao hat Deutschland eine WM-Gruppe erwischt, in der das Achtelfinale Pflicht ist – aber kein Selbstläufer.

Der deutsche Nationaltrainer Julian Nagelsmann auf dem roten Teppich vor der Auslosung für die Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten. (Foto: Koen van Weel / ANP MAG / ANP via AFP)
Der deutsche Nationaltrainer Julian Nagelsmann auf dem roten Teppich vor der Auslosung für die Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten. (Foto: Koen van Weel / ANP MAG / ANP via AFP)

Wunschgruppe für den DFB – aber mit Tücken

Nach zwei Vorrunden-Aus bei den letzten beiden Weltmeisterschaften war der Druck vor der Auslosung groß. Bundestrainer Julian Nagelsmann bekam, was er sich insgeheim erhofft hatte: eine vermeintlich dankbare Gruppe. Ecuador, Afrika-Meister Elfenbeinküste und der karibische Außenseiter Curaçao sind die Gegner – keine klassische Top-Nation, kein Angstgegner.

Doch genau darin liegt auch eine gewisse Gefahr. Denn allzu oft tat sich die deutsche Nationalmannschaft zuletzt gerade gegen unangenehme Gegner aus der zweiten Reihe schwer. Nach den Abstürzen in Russland und Katar ist klar: Selbstvertrauen darf nicht mit Überheblichkeit verwechselt werden.

DFB Kader – Welche Nationalspieler spielen für Deutschland bei der WM 2026?

Nick Woltemade, Serge Gnabry und Florian beim WM-Quali Spiel gegen Luxemburg im neuen DFB Heimtrikot (Photo by JOHN THYS / AFP)
Nick Woltemade, Serge Gnabry und Florian beim WM-Quali Spiel gegen Luxemburg im neuen DFB Heimtrikot (Photo by JOHN THYS / AFP)

Deutschlands WM Spielplan in Gruppe E

Weltmeisterschaft
14.6.2026
- 19:00
Deutschland
- -
Curaçao
Weltmeisterschaft
20.6.2026
- 22:00
Deutschland
- -
Elfenbeinküste
Weltmeisterschaft
25.6.2026
- 22:00
Ecuador
- -
Deutschland

Curaçao ist Pflicht, die Elfenbeinküste der härteste Brocken, Ecuador der Abschlussgegner. Platz 1 bringt das Achtelfinale am 29. Juni in Boston – mit guter Chance auf einen etwas leichteren Gegner. Platz 2 bedeutet vermutlich Frankreich in der K.o.-Phase – das gilt es zu vermeiden.

Alle WM Gruppen 2026

Alle WM Gruppen 2026

Gruppe A 🇲🇽 * Gruppe B 🇨🇦 * Gruppe C 🇧🇷 * Gruppe D 🇺🇸

Gruppe E 🇩🇪 * Gruppe F 🇳🇱 * Gruppe G 🇧🇪 * Gruppe H 🇪🇸

Gruppe I 🇫🇷  * Gruppe J 🇦🇷  * Gruppe K 🇵🇹 * Gruppe L 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿

Die deutschen WM-Gegner im Schnellcheck

Curaçao ist Neuling auf der großen Bühne, bringt kaum internationale Erfahrung mit – ein Pflichtsieg.
Elfenbeinküste reist als aktueller Afrika-Meister an, körperlich stark, gefährlich bei Standards, mit erfahrenen Spielern wie Sébastien Haller und Franck Kessié.
Ecuador überzeugte zuletzt in Südamerika, spielt kompakt, diszipliniert und körperbetont – unangenehm, aber schlagbar.

Die Bilanz gegen Ecuador ist positiv: zwei Siege, darunter ein 3:0 bei der Heim-WM 2006. Gegen die Elfenbeinküste gab es ein 2:2 in einem emotionalen Spiel 2009. Curaçao wäre eine Premiere.

Curacao – Der unbekannte Außenseiter mit Bundesliga-Erfahrung

Curacao schreibt Geschichte: Zum ersten Mal hat sich der karibische Inselstaat für eine WM-Endrunde qualifiziert. Unter Trainer-Routinier Dick Advocaat sicherte sich das Team überraschend das Ticket – über ein 0:0 im entscheidenden Quali-Spiel auf neutralem Boden gegen Jamaika. Trotz Abwesenheit ihres Trainers, der wegen familiärer Gründe in die Niederlande reisen musste, bewies die Mannschaft unter Druck Nervenstärke und Disziplin.

Curacaos Spiel lebt vom Kollektiv, taktischer Disziplin und einer stabilen Defensive. Advocaat setzt meist auf ein kompaktes 4-2-3-1- oder 4-3-3-System. Der Fokus liegt auf einem disziplinierten Spiel ohne große Ballverluste. Die individuelle Klasse mag begrenzt sein, doch die mannschaftliche Geschlossenheit machte den Unterschied in der Qualifikation.

Bundesliga-Erfahrung inklusive

Vier Spieler im Kader haben bereits Einsätze in der Bundesliga vorzuweisen. Besonders hervorzuheben ist Juninho Bacuna (früher Birmingham City), der im zentralen Mittelfeld als Antreiber und Ballverteiler agiert. Sein Bruder Leandro Bacuna bringt Erfahrung aus der Premier League mit.

Auch Kenji Gorré, der in der Türkei aktiv ist, und Rangelo Janga, zuletzt in Indonesien erfolgreich, gehören zu den Stammspielern. Gorré ist oft auf dem linken Flügel zu finden, während Janga als Zielspieler im Angriff agiert.

Elfenbeinküste – Mit Power und Physis Richtung erstes WM-Achtelfinale

Die Elfenbeinküste geht mit viel Rückenwind in die WM 2026. Als aktueller Afrika-Meister wollen die „Elephants“ erstmals in ihrer Geschichte die K.o.-Phase einer Weltmeisterschaft erreichen. Die Voraussetzungen dafür sind so gut wie lange nicht mehr – nicht nur wegen der Titelgewinne, sondern auch wegen eines stabilen Kerns aus erfahrenen Spielern, darunter zwei Ex-Bundesliga-Profis.

Nationaltrainer Emerse Faé übernahm das Team mitten im Afrika-Cup 2024 und führte die Mannschaft in einem dramatischen Turnier zum Titelgewinn im eigenen Land. Zuvor war er TV-Experte – nun ist er als Chefcoach gesetzt. Unterstützt wird er von Guy Demel, Ex-HSV-Verteidiger und heute Co-Trainer.

Die Elfenbeinküste zeichnet sich vor allem durch Physis, Tempo und Zweikampfstärke aus. Spielerisch ist das Team limitiert, aber in direkten Duellen extrem unangenehm.

Odilon Kossounou (Leverkusen) und Evan Ndicka (ehemals Eintracht Frankfurt) bilden ein robustes Zentrum in der Defensive. Beide kennen das Spieltempo europäischer Topligen – und bringen die nötige Stabilität mit.

Im Mittelfeld sorgt Franck Kessié (Ex-Milan, nun Al-Ahli) für Balance und Dynamik. Neben ihm agiert meist der körperlich starke Ibrahim Sangaré.

Im Angriff ruhen die Hoffnungen auf Sébastien Haller – wenn er fit ist. In der aktuellen Saison hatte der Ex-Dortmunder allerdings mit Verletzungen zu kämpfen.

Die Elfenbeinküste bringt alles mit, was ein unangenehmer Gegner auf WM-Niveau braucht: Physis, Erfahrung, defensive Stabilität. Doch die Offensive bleibt die Schwachstelle. Gelingt es, die vorhandene individuelle Qualität besser zu nutzen, ist das Achtelfinale möglich – aber nicht garantiert. Deutschland sollte gewarnt sein.

Nagelsmanns Fokus: Keine Wiederholung der WM-Pleiten

Der Bundestrainer bleibt nüchtern: „Es ist wichtig, dass wir erst den ersten Schritt machen, bevor wir an den zweiten denken.“ Planung, Konzentration, keine Ablenkung – so will Nagelsmann das dritte Vorrunden-Aus in Folge verhindern.

Das DFB-Quartier wird noch festgelegt, ebenso der letzte Testspielgegner. Klar ist aber: Das Turnier ist durchgeplant, und mit rund drei Monaten Vorlauf hat das Trainerteam genug Zeit, die Gegner intensiv zu analysieren.