WM im eigenen Land: Warum Weltmeisterschaften auch Abseits des Sports von großer Bedeutung sind

Die Weltmeisterschaft wird im 4-Jahres-Takt ausgespielt und stellt das relevanteste Turnier im Profifußball dar. Obwohl einige Länder bereits mehrfach als Gastgeber fungieren durften, gilt die Weltmeisterschaft in der Regel als Ritterschlag für eine Fußballnation und kehrt, wenn überhaupt, nur nach langer Zeit in ein ehemaliges Gastgeberland zurück. Die Rolle als austragende Nation kann dabei gleichermaßen als Fluch und Segen betrachtet werden. Die nächste Fußball WM 2026 findet in den USA, Mexiko und Kanada in der Zeit von 11.Juni 2026 bis 17.Juli 2026 statt.

Lothar Matthäus (L) und Pierre Littbarski feiern die Weltmeisterschaft am 08. July 1990 in Rom nach einem 1:0 gegen Argentinien. AFP PHOTO / AFP PHOTO / STAFF
Lothar Matthäus (L) und Pierre Littbarski feiern die Weltmeisterschaft am 08. July 1990 in Rom nach einem 1:0 gegen Argentinien. AFP PHOTO / AFP PHOTO / STAFF

Lange Bewerbungsphase, frühe Bekanntgabe

Die FIFA ist als größte Organisation im globalen Fußball nicht nur Veranstalter der Weltmeisterschaft, sondern auch die Instanz, die für die Auswahl der Gastgeberländer verantwortlich ist. Rund zehn Jahre vor dem jeweiligen Turnier können die Nationen Bewerbungen einreichen und mit Hilfe von guten Argumenten Überzeugungsarbeit leisten, um den Zuschlag letztendlich erhalten zu können. Die Planung, die in der Regel weit voraus fertiggestellt wird, ermöglicht somit, bereits Jahre vor dem eigentlichen Turnier feststellen zu können, wer als Gastgeber fungieren darf. 

Nicht selten gehen damit Länder als Gastgeber durch die Medien, bevor überhaupt die Qualifikation der vorab stattfindenden Weltmeisterschaft abgeschlossen ist. Diesen Vorlauf in Form von rund einem Jahrzehnt brauchen die Länder, die schlussendlich das Glück haben und die Weltmeisterschaft austragen dürfen, allerdings auch. Schließlich ist eine Weltmeisterschaft nicht an einem Wochenende organisiert, in der Regel arbeiten hier riesige Teams mehrere Jahre an der detaillierten Umsetzung der Pläne von Landesregierung und der FIFA.

Große Investitionen und langfristige Verbesserung

Sobald ein Land den Zuschlag für die Austragung einer Weltmeisterschaft von der FIFA erhält, beginnen in der Regel bereits die ersten Arbeiten zur erfolgreichen Umsetzung des Unterfangens. Abhängig von der bisherigen Infrastruktur können die nötigen Investitionen dabei unterschiedlich ausfallen. Während es einige Beispiele wie die WM in Katar gibt, bei der quasi alle Stadien, die als Austragungsorte dienten, neu errichtet werden mussten, gibt es wiederum auch Gastgeber, die kaum Kosten und Mühen aufwenden müssen, um sich auf die Austragung eines solch großen und prestigeträchtigen Turniers vorbereiten zu können. 

Ein großer Vorteil der besagten Ausgaben besteht dabei in der Tatsache, dass einige Investitionen in die Infrastruktur auch langfristig positive Auswirkungen auf die entsprechende Region mit sich bringen können. Denn anders als viele im ersten Moment denken, bezieht sich der Ausbau der Infrastruktur dabei nicht nur ausschließlich auf Sportstätten, sondern unter anderem auch auf den öffentlichen Nahverkehr und Sicherheitskonzepte. 

Negativbeispiele überfluten die Medien

Obwohl die Weltmeisterschaft an sich eigentlich lediglich ein spannendes Turnier mit dem Fokus auf qualitativen Spitzenfußball darstellen soll, machen immer wieder negative Medienberichte die Runde. Dies geschieht in der Regel vor allem dann, wenn sich ein Großteil der Fußball-Fans nicht erklären kann, warum ein bestimmtes Land ohne offensichtliche Gründe für die Austragung einer WM ausgewählt wurde. In der jüngsten Vergangenheit wurde dabei vor allem die Vergabe der Austragungsrechte an Katar kritisiert. Grund dafür war nicht nur die Verlegung des Turniers in den Winter, sondern vor allem die widrigen Bedingungen, mit denen vor Ort zu kämpfen war.

Die FIFA WM 2022 in Katar wird in der ARD & ZDF übertragen, doch 16 WM-Spiele gibt es nur bei MagentaTV. (Foto: eigene Quelle)
Die FIFA WM 2022 in Katar wird in der ARD & ZDF übertragen, doch 16 WM-Spiele gibt es nur bei MagentaTV. (Foto: eigene Quelle)

Denn anders als in vielen anderen Ländern, in denen Fußball zum alltäglichen Geschäft zählt, musste nahezu die gesamte für die Weltmeisterschaft notwendige Infrastruktur aus dem Boden gestampft werden. Dabei kam es zudem immer wieder zu Vorfällen, die vor allem aus dem globalen Westen mit massiver Kritik verurteilt wurden. Obwohl die WM in Katar vor allem in den Medien größtenteils negativ kommentiert wurde, scheint dieses Beispiel andere, kleinere Fußballnationen nicht davon abzuhalten, ebenfalls für die Austragung des wichtigsten Turniers im Weltfußball zu kandidieren. Aufgrund des hohen Drucks kommt es in der Vergangenheit zudem immer wieder zur Aufteilung der WM auf verschiedene Spielorte. Die WM 2030 wird beispielsweise in den folgenden Ländern ausgetragen: 

  • Spanien
  • Portugal
  • Marokko

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Gründe für die Austragung einer Weltmeisterschaft 

Während die WM in Ländern wie Katar vor allem als Versuch zur Steigerung der Aufmerksamkeit auf den nationalen Fußball betrachtet werden kann, gilt die Austragung in europäischen oder südamerikanischen Ländern vor allem als Prestigeprojekt. Nationen, die bereits stark im Weltfußball vertreten sind, können auf diese Weise ihre Gastfreundschaft präsentieren und sich gleichermaßen auf ein spannendes Turnier im eigenen Land freuen. 

Außerdem kann das Veranstalten einer WM auch zu wichtigen Einnahmen führen. Voraussetzung für eine profitable Austragung der WM ist allerdings die Minimierung der im Vorfeld entstehenden Kosten. Wenn zunächst Milliardenbeträge in die Errichtung oder den Ausbau von entsprechender Infrastruktur investiert werden müssen, kann im Anschluss natürlich nicht davon ausgegangen werden, tatsächlich Gewinne mit der Austragung erzielen zu können. Sollten sich die initialen Ausgaben allerdings in Grenzen halten, könnten Tourismus und andere Einflüsse jedoch durchaus für ein großes Plus in der Kasse der betroffenen Städte sorgen.

Auswirkungen von Weltmeisterschaften auf den nationalen Vereinsfußball 

Eine Weltmeisterschaft ist nicht immer gleichbedeutend mit einem Aufschwung innerhalb einer Fußballnation. Schließlich führt das bloße Austragen eines solchen Turniers nicht automatisch dazu, dass die Jugend des entsprechenden Landes plötzlich und unvermittelt mehr Talente hervorbringt. Stellenweise und bezogen auf gewisse Regionen können allerdings minimale Auswirkungen beobachtet werden. Schließlich ist die Weltmeisterschaft mit erheblichen Mehreinnahmen an den Austragungsorten verbunden. Vor allem Vereine, die ihr Stadion und das damit zusammenhängende Vereinsgelände im eigenen Besitz vorweisen können, können durch die zusätzlichen und von der FIFA veranstalteten Spiele mit Hilfe von erhobenen Gebühren und Mieten zusätzlich abkassieren. 

WM-TurniereWM-Teilnehmer
1930-195013
1954-197816
1982-199424
1998-202232
ab 202648

Diese Einnahmen können wiederum in den Bau neuer Einrichtungen investiert und damit zur Förderung der vereinseigenen Jugend verwendet werden. Ob die Gelder allerdings tatsächlich diesem Zweck zugutekommen, obliegt dabei der Entscheidung der Verantwortlichen des entsprechenden Vereins. 

Politisches Interesse: Sportevents als Bühne des Wahlkampfes? 

Nicht selten sind Turniere wie Weltmeisterschaften mehr oder weniger reine Politik-Projekte, die aus strategischen Gründen angestrebt werden. Schließlich sind entsprechende Events die ideale Bühne, um Macht oder Meinung zu publizieren. Der Einfluss übersteigt dabei sogar die eigenen Landesgrenzen und erreicht neben der eigenen Bevölkerung auch viele weitere Menschen. Schließlich werden Weltmeisterschaften und andere große Veranstaltungen dieser Art in nahezu jedem Land der Welt übertragen. 

Somit können ohne große Probleme politische Botschaften weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus transportiert werden. Darüber hinaus steigert die Rolle als Gastgeber einer WM die Aufmerksamkeit, die auf ein bestimmtes Land gerichtet wird. Hierdurch entsteht quasi kostenloses Marketing, was wiederum mit den Kosten für die Austragung verrechnet werden könnte. Vor allem für Länder, die größtenteils vom Tourismus leben, ist die Austragung einer Weltmeisterschaft damit ein voller Gewinn. 

UEFA Generalsekretär Gianni Infantino erhöht die Teilnehmer von 32 auf 48 bei der WM 2026. / AFP / FABRICE COFFRINI
FIFA Generalsekretär Gianni Infantino erhöht die Teilnehmer von 32 auf 48 bei der WM 2026. / AFP / FABRICE COFFRINI

Weltmeisterschaft: In den meisten Fällen ein gutes Geschäft 

Wer den Wert des durch die erfolgreiche Veranstaltung eines Turniers in dieser Größe gewonnenen Prestiges in die Rechnung mit einfließen lässt, wird relativ schnell zu dem Schluss kommen, dass die Gastgeberrolle bei einer Weltmeisterschaft durchaus als lukrativ betrachtet werden kann. Schließlich steigert ein solches Turnier nicht nur das Ansehen des Landes im sportlichen Sinne, sondern kann auch auf wirtschaftlicher Ebene enorme und vor allem positive Auswirkungen mit sich bringen. Neben den erhöhten Einnahmen durch Tourismus im Zeitraum während und nach der Weltmeisterschaft gibt es nämlich zusätzliche Einnahmen, die durch eine Weltmeisterschaft erzielt werden können. 

Hierzu zählen beispielsweise Einnahmen durch Zahlungen der FIFA oder die Steigerung des Werts eines Landes als Marke. In jedem Fall kann also davon ausgegangen werden, dass Weltmeisterschaften an guten Standorten als profitables Geschäft abgeschlossen werden können. 

Schwarze Schafe trüben das Gesamtbild 

Nicht immer ist eine WM jedoch als Wundermittel für den nationalen Fußball und die heimische Wirtschaft zu betrachten. Schließlich hängt es stark von den jeweilig herrschenden Umständen ab, ob eine WM tatsächlich als Gewinngeschäft verbucht werden kann. Im Fokus stehen dabei vor allem die zu erwartenden Kosten. Diese fallen vor allem bei Ländern, die eher weniger für ihren Fußball bekannt sind, in der Regel überdurchschnittlich hoch aus. In diesem Fall steht dann häufig nicht die Fußballromantik, sondern ein anderes Interesse hinter der Bewerbung auf die Erlaubnis zur Austragung von einer der kommenden Weltmeisterschaften.