Die Sicherheitslage in Mexiko sorgt rund 100 Tage vor der WM 2026 für wachsende Zweifel am Co-Gastgeber. Nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes eskaliert die Gewalt: Mindestens 73 Tote und 10.000 entsandte Soldaten sprechen von einer „kriegsähnlichen Situation“. Der DFB zeigt sich alarmiert, die FIFA steht unter Druck, die Lage zu klären. Besonders Guadalajara im Bundesstaat Jalisco, einer der Spielorte, gilt als Brennpunkt.
Sicherheitslage in Mexiko vor der WM 2026
Die Gewaltwelle begann, nachdem El Mencho von der Armee getötet wurde; seither meldet die Regierung zahlreiche Tote und umfangreiche Militäreinsätze. Die Behörden haben 10.000 Soldaten in betroffene Regionen entsandt, um die Lage zu stabilisieren. Offizielle Stellen sprechen dennoch von einer sehr angespannten Situation in Teilen des Landes. Experten warnen, dass Schläge gegen den organisierten Drogenhandel oft langwierige Machtkämpfe nach sich ziehen.
Guadalajara im Bundesstaat Jalisco ist besonders betroffen und soll vier WM-Spiele ausrichten; in einem Monat stehen dort außerdem Play-off-Partien an. Insgesamt sehen die Planungen 13 WM-Begegnungen in Mexiko vor, darunter das Eröffnungsspiel zwischen dem Co-Gastgeber und Südafrika in Mexiko-Stadt. Monterrey fungiert als dritter Spielort, und mehrere Mannschaften planen, ihr Quartier in Mexiko aufzuschlagen. Die deutsche Nationalmannschaft wird weder in Mexiko wohnen noch in der Vorrunde dort spielen.
Der Deutsche Fußball-Bund äußerte sich besorgt: DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig sagte, „Es bleibt zu hoffen, dass sich diese kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt“ und fügte hinzu, aktuell verspüre er „Wenn ich ehrlich bin, aktuell nicht“ die Vorfreude auf die Endrunde. Die FIFA teilte mit, sie beobachte die Lage in Jalisco sehr genau und stehe in ständigem Austausch mit den Behörden. Der Weltverband betonte, den Anweisungen der verschiedenen Regierungsstellen zu folgen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig hofft die FIFA auf eine schnelle Beruhigung der Lage.
Die Bundesregierung forderte klare Sicherheitszusagen: Tourismuskoordinator Christoph Ploß verlangte vom Weltverband, in Zusammenarbeit mit Kanada, den USA und Mexiko sicherzustellen, „dass Fans nicht gefährdet und die Sicherheitsvorgaben durch die Gastgeberländer eingehalten werden“. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum versicherte, alle Behörden und Kräfte stünden koordiniert bereit, um Ruhe und Frieden wiederherzustellen. Dennoch bleiben Zweifel: Alleine in Jalisco gelten offiziellen Angaben zufolge knapp 13.000 Menschen als vermisst. Sicherheitsexperte David Saucedo sagte in der ARD: „Die Regierung will das Bild vermitteln, dass sie alles im Griff hat. Aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Es bleiben Zweifel, ob man die Besucher der WM ausreichend schützen kann.“