FC Bayern & die deutsche Nationalmannschaft – Eine Erfolgsgeschichte! Die Fußball-Weltmeister von 2014, 1990 & 1974

Immer wieder dann, wenn die Nationalmannschaft von einer starken Bayern-Achse getragen wurde, schlug Deutschland bei den großen Turnieren zu. Das Muster zieht sich seit mehr als fünf Jahrzehnten durch die DFB-Historie – ein eingespielter Klubblock als Rückgrat für die Auswahl. Das könnte bei der WM 2026 auch wieder passieren! 

Müller und Kruse im WM Trikot 2014 nach dem Titel mit dem 4.Stern und dem FIFA Badge (Foto AFP)
Müller und Kruse im WM Trikot 2014 nach dem Titel mit dem 4.Stern und dem FIFA Badge (Foto AFP)

Im Hintergrund dieser Erfolgsgeschichte steht auch Uli Hoeneß. Der frühere Bayern-Manager, der in Landsberg im Gefängnis sitzt und sich über den vierten deutschen Weltmeistertitel wohl kaum überschäumend freuen dürfte, hatte schon vor über zehn Jahren die Idee vom „FC Deutschland“ entwickelt. Sein Gedanke: Ein Nationalteam, dessen Grundgerüst aus Bayern-Spielern besteht. Als Verantwortlicher des Rekordmeisters verpflichtete er anschließend über Jahre hinweg immer wieder herausragende deutsche Talente.

Bayern als Titelgarant bei der Nationalmannschaft

Die Zahlen stützen diese Idee eindrucksvoll. Beim EM-Triumph 1972 standen sechs Bayern-Akteure im Kader, beim WM-Sieg 1974 waren es sogar sieben – darunter Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Gerd Müller. 1990, als Deutschland unter dem Münchner Teamchef Franz Beckenbauer den dritten WM-Titel holte, gehörten sechs Bayern-Spieler zum Aufgebot. Beim EM-Erfolg 1996 in England kamen erneut sieben Münchner als Champions zum Einsatz.

TitelJahrAnzahl Bayern-SpielerBayern-Spieler im Kader
EM19726Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner, Uli Hoeneß, Gerd Müller
WM19747Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Jupp Kapellmann
WM19906Klaus Augenthaler, Jürgen Kohler, Hansi Pflügler, Raimond Aumann, Olaf Thon, Stefan Reuter
EM19967Oliver Kahn, Markus Babbel, Thomas Helmer, Christian Ziege, Mehmet Scholl, Thomas Strunz, Jürgen Klinsmann
WM20147Manuel Neuer, Philipp Lahm, Jérôme Boateng, Mario Götze, Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger

Auch 2014 in Brasilien wiederholte sich dieses Bild. Zeitweise standen sieben Spieler des Rekordmeisters im Finalteam im Maracanã gegen Argentinien auf dem Platz, Mario Götze erzielte dabei den entscheidenden Treffer – und bezieht sein Gehalt ebenfalls vom FC Bayern. Bastian Schweinsteiger erinnerte mitten in den Feierlichkeiten sogar an seinen früheren Boss: „Ein ganz spezieller Gruß geht an Uli Hoeneß, ohne den wir alle nicht hier wären.“

Die gewachsene Münchner Achse

Allerdings ist Hoeneß nicht der Erfinder dieses Prinzips. Er griff vielmehr ein Erfolgsmodell auf, das dem deutschen Fußball schon lange vertraut war. Immer dann, wenn viele Münchner im Aufgebot standen, sprang am Ende ein Titel heraus. Die EM 1972 und der WM-Coup 1974 markierten den Auftakt, 1990 und 1996 setzte sich die Serie fort.

Philipp Lahm brachte es im Trainingslager in Südtirol wenige Tage vor dem WM-Start auf den Punkt: „Wir haben jetzt verstanden, wie man große Titel holt.“ Mit „wir“ meinte der Kapitän sich und seine Bayern-Kollegen. Der Champions-League-Sieg 2013 gegen Borussia Dortmund wirkte rückblickend wie ein Wendepunkt für diese Gruppe und die Nationalmannschaft. „Es war der erste internationale Titel, danach war der Druck ein wenig weg“, sagte Schweinsteiger später in den Katakomben des Maracanã.

Gemeinsam mit Lahm, Thomas Müller, Toni Kroos, Jérôme Boateng, Manuel Neuer und Mario Götze sammelte Schweinsteiger in den Jahren davor reichlich Lehrgeld auf höchstem Niveau. Allein Schweinsteiger, Lahm und Müller standen in vier Jahren in drei Champions-League-Finals, verloren davon zwei und erreichten zudem jeweils ein WM- und ein EM-Halbfinale. „Wir haben viele Erfahrungen in großen Spielen sammeln können. Das hilft einem ungemein, wenn es drauf ankommt“, sagte Schweinsteiger.

Warum die eingespielte Bayern-Kette so stark wirkt

In Brasilien zeigte sich besonders deutlich, wie wertvoll ein eingespielter Mannschaftsblock sein kann. Wenn Neuer nicht wusste, wohin er seinen schnellen Abwurf spielen sollte, suchte er fast automatisch Lahm, der sich klug zurückfallen ließ. Auch das Passspiel zwischen Lahm, Schweinsteiger und Kroos funktionierte nahezu fehlerfrei; über diese sichere Zirkulation kehrte immer wieder Ruhe ins deutsche Spiel zurück. Vor allem im Viertelfinale gegen Frankreich beim 1:0 wurde das sichtbar.

Thomas Müller, dessen Laufwege kaum zu entschlüsseln sind, erhielt von Kroos immer wieder präzise Zuspiele. Auf dem Platz agiert er wie eine Dauerbedrohung für jede Defensive. Wenn irgendwo auf dem Feld ein Mitspieler den Ball hatte, fuchtelte Müller oft mit den Armen und forderte sofort das Zuspiel ein. Bei Lahm, Schweinsteiger oder Kroos tat er das nicht. „Ich weiß ja, dass die mich eh suchen“, sagte er.

Die Weltmeisterachse 2014 bestand aus Neuer, Lahm, Schweinsteiger, Kroos und Müller; jeder Mannschaftsteil war mindestens mit einem Bayern-Profi besetzt. Beim WM-Sieg 1974 hießen die Münchner Eckpfeiler Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Ulrich Hoeneß und Gerd Müller. Bis heute sind sie die einzige deutsche Mannschaft, die sowohl die WM als auch die EM gewonnen hat. Der aktuellen Münchner Generation bleiben damit noch eigene Ziele.