Testspiel Ergebnis: Deutschland gewinnt mit 2:1 gegen die USA – WM Generalprobe perfekt!

Die DFB-Auswahl hat ihre WM-Generalprobe in den USA mit 2:1 gegen Co-Gastgeber USA gewonnen und dabei die historische Siegesserie auf neun Erfolge ausgebaut. Der Sieg kam einen Tag nach dem Turnier-Aus von Karl zustande, doch trotz des späten Erfolgs bleibt für Julian Nagelsmann vor dem WM-Start gegen Außenseiter Curacao noch Arbeit. Matchwinner Leroy Sané durfte am Ende dennoch zufrieden lächeln.

Leroy Sané bejubelt mit seinen Teamkollegen den Treffer zum 2:0 für die deutsche Nationalmannschaft beim Länderspiel gegen die USA im Soldier Field in Chicago am 6. Juni 2026. Der Offensivspieler dreht sich zu seinen Mitspielern um, während Tom Brown (Nummer 18), Florian Wirtz (Nummer 17) und ein weiterer Akteur die Szene feiern. (Copyright AFP/Alexander Hassenstein)
Leroy Sané bejubelt mit seinen Teamkollegen den Treffer zum 2:0 für die deutsche Nationalmannschaft beim Länderspiel gegen die USA im Soldier Field in Chicago am 6. Juni 2026. Der Offensivspieler dreht sich zu seinen Mitspielern um, während Tom Brown (Nummer 18), Florian Wirtz (Nummer 17) und ein weiterer Akteur die Szene feiern. (Copyright AFP/Alexander Hassenstein)

Blitzstart durch Havertz, Antwort der USA nach einem Traumtor

Vor 63.636 Zuschauern im ausverkauften Soldier Field in Chicago legte die deutsche Mannschaft los wie aus dem Lehrbuch: Kai Havertz traf als „Neuner“ bereits nach 100 Sekunden per Kopf nach einer Freistoßflanke von Joshua Kimmich zum 1:0. Nur vier Minuten später schien das 2:0 erneut durch Havertz gefallen zu sein, doch der Treffer zählte nicht, weil Sanés Flanke zuvor im Toraus gewesen war.

| 6.6.2026-20:30
1 : 2
Endergebnis
Deutschland
S S S S S
A. Robinson
37'
Kai Havertz
2'
L. Sané
57'
Tore
2'
57'
Tor
24
Matthew Freese
5
A. Robinson
13
T. Ream
12
M. Robinson
16
Alexander Freeman
4
T. Adams
17
M. Tillman
10
C. Pulišić
8
W. McKennie
2
S. Dest
20
F. Balogun
12
O. Baumann
18
N. Brown
15
Nico Schlotterbeck
4
J. Tah
6
J. Kimmich
5
Alexander Pavlović
23
F. Nmecha
17
F. Wirtz
10
Jamal Musiala
19
L. Sané
7
Kai Havertz
field field

Die Partie entwickelte sich zu einem echten Härtetest, auch wegen der äußeren Bedingungen: Zum Anstoß um 13.30 Uhr Ortszeit war es schwül-warm und regnerisch. Nagelsmann sprach deshalb von einem guten Einstieg in die klimatischen Bedingungen; obwohl Chicago kein Turnierort ist, habe es sich „schon ein bisschen nach WM an“ angefühlt. Für das typische US-Flair sorgte zudem die Show rund um das Stadion, inklusive eines leicht verspäteten Fliegergeschwaders über der Arena.

Dann verlor die DFB-Elf etwas den Zugriff. Nach einer Ecke, die Jonathan Tah in die Mitte klärte, schlug Antonee Robinson in der 37. Minute mit einem Traumtor zurück: Der Amerikaner jagte den Ball aus 18 Metern volley unter die Latte. Angetrieben von Christian Pulisic wurden die Gastgeber stärker, Tah verhinderte in der 44. Minute gegen den Ex-Dortmunder sogar das mögliche 1:2.

Leroy Sané (rechts) und Antonio Rüdiger (links) vom deutschen Nationalteam posieren bei einem Meet-and-Greet mit Schulleiter Rasmus Frederich an der German International School Chicago am 4. Juni 2026 in Chicago. Sané präsentiert dabei das legendäre weiße DFB-Trikot von 1994, während Rüdiger im bunten Auswärtstrikot der Neunzigerjahre auftritt. Die beiden Profis besuchten die zweisprachige deutsch-amerikanische Schule während der WM-Vorbereitung. (Copyright AFP/Alexander Hassenstein)
Leroy Sané (rechts) und Antonio Rüdiger (links) vom deutschen Nationalteam posieren bei einem Meet-and-Greet mit Schulleiter Rasmus Frederich an der German International School Chicago am 4. Juni 2026 in Chicago. Sané präsentiert dabei das legendäre weiße DFB-Trikot von 1994, während Rüdiger im bunten Auswärtstrikot der Neunzigerjahre auftritt. Die beiden Profis besuchten die zweisprachige deutsch-amerikanische Schule während der WM-Vorbereitung. (Copyright AFP/Alexander Hassenstein)

Sané nutzt seine Chance, Nagelsmann testet weiter

Auf dem Platz standen gleich mehrere Personalien besonders im Fokus: Oliver Baumann vertrat im Tor erneut Manuel Neuer, der noch immer nicht voll belastbar ist. Links hinten hat Nathaniel Brown offenbar David Raum überholt, im defensiven Mittelfeld setzte sich Felix Nmecha neben Aleksandar Pavlovic durch. Rechts vorne war Sané der Ersatz für Karl.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte nach dem Ausfall des Jungstars auf eine „Trotzreaktion“ gehofft, Sportdirektor Rudi Völler auf noch mehr Sympathiepunkte: „Die Spieler müssen einfach brennen.“ Genau das tat die Mannschaft zunächst auch. Havertz, der nach dem Champions-League-Finale verspätet zur Gruppe gestoßen war, brachte die deutsche Elf früh in Führung.

Nach dem Ausgleich durch Robinson tat sich die DFB-Auswahl zunächst schwer, ehe Sané zunehmend ins Spiel fand. Zwar bereitete er eine Chance vor, die Nmecha in der 49. Minute vergab, und sein Freistoß in der 54. Minute strich deutlich über das Tor. RTL-Experte Lothar Matthäus urteilte trocken: „Passt zu seinem Spiel“, fügte aber hinzu: „aber vielleicht kommt er noch.“

Und Sané kam noch: In der 57. Minute schloss er nach Vorarbeit von Jamal Musiala und Havertz ins linke Toreck ab und stellte damit den 2:1-Endstand her. Sein Treffer krönte den neunten deutschen Sieg nacheinander; mit einer derart langen Serie ist noch nie eine deutsche Mannschaft in eine Weltmeisterschaft gegangen.

Letzte Tests, verflachende Schlussphase und hitzige Szene

In der letzten halben Stunde nutzte Nagelsmann die Gelegenheit, weitere Optionen auszuprobieren. Unter anderem rückte Waldemar Anton für Kimmich auf die rechte Abwehrseite. Das Spiel verlor danach an Tempo, die USA kamen kaum noch zu klaren Möglichkeiten und konnten die deutsche Mannschaft nur selten in Bedrängnis bringen.

Dennoch blieb es nicht ereignislos: Der eingewechselte Jamie Leweling vergab in der 73. Minute nach einem feinen Pass von Musiala eine weitere deutsche Gelegenheit, während sich der 20-jährige DFB-Regisseur im Verlauf des Spiels deutlich steigerte. In der Schlussphase rettete Baumann in der 87. Minute mit einer Flugparade den Vorsprung, ehe Nico Schlotterbeck in einer hitzigen Nachspielzeit noch eine Rudelbildung auslöste.

„Wir haben alles in allem ein gutes Spiel gemacht. Wir sind in einer guten Form“, sagte Havertz bei RTL und ergänzte: „Wir brauchen jeden Einzelnen, wir brauchen die Euphorie, das Selbstbewusstsein – und gehen mit breiter Brust ins erste Spiel.“