Ulf Kirsten

Jens Jeremies (links), Lothar Matthaus und Ulf Kirsten bei der WM 1998 gegen Yugoslawien, das Spiel endet 2:2.  (ELECTRONIC IMAGE)
Jens Jeremies (links), Lothar Matthaus und Ulf Kirsten (rechts) bei der WM 1998 gegen Yugoslawien, das Spiel endet 2:2. (ELECTRONIC IMAGE)

Der am 04. Dezember 1964 in Riesa geborene Kirsten hätte es sich in seiner Jugend wohl nie träumen lassen, dass er später einmal das Trikot mit dem Bundesadler würde tragen dürfen. Ausgebildet im Nachwuchssystem der Deutschen Demokratischen Republik schien ihm eine lange Karriere in der DDR-Oberliga und der DDR-Nationalmannschaft bevorzustehen. Tatsächlich gehörte er bis zu deren Ende 1990 zu den festen Stützen der DDR-Auswahl und trug deren Trikot insgesamt 49 Mal. Nach der politischen Wende des Jahres 1990 gelang Kirsten problemlos der Sprung in den Westen.

Bayer Leverkusens schlitzohriger Manager Rainer Calmund hatte sich früh die Rechte an dem kampfstarken Stürmer gesichert und Kirsten sollte für mehr als ein Jahrzehnt der Topstürmer des Vereins werden. Insgesamt drei Mal konnte er sich die begehrte Torjägerkanone sichern. Mit seinen insgesamt 185 Bundesligatoren steht er zudem auf Platz fünf der Ewigen Torjägerliste – obwohl er erst mit Mitte Zwanzig überhaupt in die Liga wechselte. Lohn für seine Leistungen waren weitere 51 Einsätze im DFB-Trikot, so dass Kirsten in seiner Karriere auf genau 100 Länderspiele kommt.

Schon in der DDR ein Stürmer von internationalem Format

Wirklich bekannt ist Kirsten heute vor allem für seine Zeit in Leverkusen. Dabei war er auch vorher schon ein Stürmer von internationaler Klasse. So schaffte er mit Dynamo Dresden in der Saison 1988/89 den Einzug ins Halbfinale des Uefa-Pokals, scheiterte dort aber am VFB Stuttgart. Der Mauerfall 1990 kam für Kirsten dann zum persönlich allerbesten Zeitpunkt, denn er befand sich gerade in absoluter Topform. So gelangen ihm in einem DDR-Länderspiel gegen die USA gleich drei Tore, womit er den 3:2-Sieg seiner Mannschaft sicherte. Auch wenn die DDR-Auswahl die WM-Qualifikation verpasste, wurde Kirsten für seine starken Leistungen in diesem Jahr zum letzten DDR Fußballer des Jahres gewählt.

Stütze im Verein, Ergänzungsspieler in der Nationalelf

In Leverkusen zeigte Kirsten nur wenige Anpassungsschwierigkeiten und traf von Beginn an regelmäßig. Die deutsche Nationalmannschaft war zu dieser Zeit im Sturm allerdings absolut Weltklasse besetzt, so dass er rund zwei Jahre auf seinen ersten Einsatz dort warten musste. Im Herbst 1992 schließlich berief ihn Bundestrainer Berti Vogts erstmals in die gesamtdeutsche Auswahl und Kirsten durfte ausgerechnet im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion sein zweites Länderspieldebut feiern. Die starke Konkurrenzsituation im Sturm hielt allerdings an, so dass sich Kirsten in der Nationalmannschaft nie einen dauerhaften Stammplatz erkämpfen konnte. So stand er beim Titelgewinn bei der Europameisterschaft 1996 nicht einmal im Kader. In Leverkusen allerdings überzeugte Kirsten durch absolute Konstanz. 1993 sorgte sein Treffer im DFB-Pokalfinale für den bis heute letzten Titelgewinn der Leverkusener Werksmannschaft. Im Jahr 2002 wiederum standen Kirsten und Leverkusen kurz davor Europas Fußballthron zu erobern, man verlor das Finale der Champions League gegen Real Madrid aber mit 1:2.

Wann spielte Ulf Kirsten?

Vereine als Aktiver  
JahreVereinSpiele (Tore)
1983 - 1990Dynamo Dresden154 (57)
1990 - 2003Bayer 04 Leverkusen350 (182)
Nationalmannschaft
DDR U-2110 (4)
1985 - 1990DDR49 (14)
1992 - 2000Deutschland51 (20)

Was macht Ulf Kirsten heute?

Das Gesicht der Bayer-Amateure

Genauso beständig wie seine Karriere im Vereinstrikot verlief auch Kirstens Trainerkarriere. Unmittelbar im Anschluss an seine Profilaufbahn wurde er zum Co-Trainer der Leverkusener. Nach zwei Jahren wechselte er dann als Cheftrainer zur zweiten Mannschaft und behielt diesen Job von 2005 bis 2011. In dieser Zeit wurde er zum Aushängeschild der jungen Bayer-Truppe. Viele gegnerische Mannschaften bewarben ihr Heimspiel gegen die Bayer-Amateure explizit mit dem Hinweis, dass auch Ulf Kirsten kommen werde. Nebenbei nutzte Kirsten die Einnahmen seines Abschiedsspiels zur Gründung der Ulf-Kirsten-Stiftung, die sich um den Fußball-Nachwuchs in und um Dresden kümmert. Heute arbeitet Kirsten bei einer Spielervermittlung und betreut dort vor allem den asiatischen Markt.

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