Manuel Neuer wird als klare Nummer eins in die Weltmeisterschaft gehen. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte bei der Nominierung seines 26-köpfigen Kaders auf den Rückkehrer von Bayern München und betonte: „Ja, das planen wir“.
Der 40-Jährige war nach der EM 2024 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, seitdem hatte sich Oliver Baumann vom 1. FC Hoffenheim als Stammtorhüter etabliert. Für den 35-Jährigen wäre die Entscheidung pro Neuer „natürlich ein Schlag“ gewesen, sagte Nagelsmann und sprach zugleich von einer „Weltklasse-1b-Lösung, die wir installiert haben“. Hinter Neuer und Baumann steht Alexander Nübel vom VfB Stuttgart als Nummer drei im DFB-Tor.
Neuer bringt Aura, Erfahrung und Klarheit
Warum Nagelsmann den Rio-Weltmeister mit zur XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli nimmt, begründete der Bundestrainer auch mit der Perspektive über das Turnier hinaus. „Jeder weiß, welche Aura Manu hat, welche Qualitäten er hat, was er einer Mannschaft gibt. Er wird der Mannschaft helfen“, sagte Nagelsmann. Entscheidend sei außerdem, „dass wir Klarheit haben, wie es bei ihm dann auch weitergeht, ob er nach der Saison weiterspielen möchte“. Neuer hatte seinen Vertrag beim FC Bayern vor Kurzem um ein Jahr bis 2027 verlängert.
Für den Münchner wäre es bereits die fünfte Weltmeisterschaft seit 2010. Damit würde er den Torwart-Rekord von Antonio Carbajal einstellen, der für Mexiko zwischen 1950 und 1966 ebenfalls bei fünf Turnieren im Einsatz war. Dazu kommen für Neuer vier Europameisterschaften. Sein DFB-Debüt gab der Keeper am 2. Juni 2009 beim 7:2 gegen die VAE, sein bislang letztes von 124 Länderspielen bestritt er am 5. Juli 2024 beim bitteren 1:2 n.V. im EM-Viertelfinale gegen Spanien.
Wade erneut im Blick, Comeback in Mainz möglich
Aktuell macht Neuer allerdings wieder seine linke Wade zu schaffen. In dieser Saison fiel er bereits dreimal wegen eines Muskelfaserrisses aus. Ob er am Samstag um 20.00 Uhr im Pokalfinale der Bayern gegen den VfB Stuttgart zur Verfügung steht, ist noch offen. Die Nationalmannschaft beginnt am Mittwoch in Herzogenaurach mit der WM-Vorbereitung.
Am 31. Mai könnte Neuer beim Länderspiel in Mainz gegen Finnland sein Comeback nach dann 695 Tagen feiern. Beim Rekordmeister soll er künftig zudem verstärkt als Mentor für den jungen Jonas Urbig agieren. Der 22-Jährige reist ebenfalls mit der Nationalmannschaft in die USA, soll dort im Training als vierter Torwart aushelfen, gehört aber nicht zum 26er-Kader.
Für Bayern hat Neuer bislang 598 Pflichtspiele bestritten. Seit 2011 gewann er mit dem Klub 13 Meisterschaften und fünf Pokalsiege. „Hier stimmen alle Voraussetzungen: Wir können mit dieser Mannschaft jeden schlagen, ich fahre jeden Tag mit Spaß an die Säbener Straße und bringe meine Leistung“, hatte Neuer bei seiner Vertragsunterschrift erklärt.