Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seine erste Kadernominierung im WM-Jahr präsentiert und betont zugleich: Einen Freifahrtschein besitzt niemand, die Tür sei „nicht zu“. Nagelsmann sagte, das Aufgebot ähnle bereits dem für die WM, „wenn alle gesund sind, ist das relativ gefestigt“. Gleichzeitig will er auf den hinteren Kaderplätzen noch testen und gibt Spielern bei den Länderspielen in Basel gegen die Schweiz (27. März) und in Stuttgart gegen Ghana (30. März) letzte Chancen. Die Nominierung soll Klarheit schaffen, aber Optionen offenhalten.
Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- Nagelsmanns erste Kadernominierung: Torhüter-Aufstellung
- Der DFB Kader im Überblick
- Abwehr: Feststehende Kräfte und weitere Kandidaten
- Defensives Mittelfeld: Pavlovic klarer Stammspieler
- Mittelfeld-Entscheidungen: Namen, die außen vor bleiben
- Offensive: Musiala-Frage und die Auswahl der Sturmkräfte
- Junge Talente und Außenseiter
Nagelsmanns erste Kadernominierung: Torhüter-Aufstellung
Im Tor gelten Oliver Baumann und Alexander Nübel als sichere Kandidaten für die WM — vorbehaltlich unvorhersehbarer Ereignisse wie Verletzungen. Jonas Urbig erhält diesmal die Gelegenheit, sich zu beweisen; Nagelsmann lobte seine „extrem gute psychische Stabilität“ und „große Perspektive“. Noah Atubolu und Finn Dahmen hätten „nichts falsch gemacht“ und behalten weiter Chancen. Marc-André ter Stegen benötigt wegen seiner erneuten Verletzung praktisch ein Wunder, um noch ins WM-Aufgebot zu rücken.
Der DFB Kader im Überblick
Das Aufgebot umfasst drei Torhüter, zwölf Abwehrspieler sowie elf Feldspieler für Mittelfeld und Angriff. Auffällig ist die starke Präsenz von Profis aus dem Rekordmeister sowie aus der Premier League und LaLiga. Nagelsmann will mit dieser Besetzung verschiedene personelle Optionen durchspielen.
Tor
- Oliver Baumann – TSG Hoffenheim
- Alexander Nübel – VfB Stuttgart
- Jonas Urbig (Neuling) – FC Bayern München
Abwehr
- Waldemar Anton – Borussia Dortmund
- Nathaniel Brown – SC Freiburg
- Pascal Groß (Rückkehrer) – Brighton & Hove Albion
- Joshua Kimmich – FC Bayern München
- Aleksandar Pavlović – FC Bayern München
- David Raum – RB Leipzig
- Antonio Rüdiger (Rückkehrer) – Real Madrid
- Nico Schlotterbeck – Borussia Dortmund
- Anton Stach (Rückkehrer) – Leeds United
- Jonathan Tah – FC Bayern München
- Malick Thiaw – Newcastle
- Josha Vagnoman (Rückkehrer) – VfB Stuttgart
Mittelfeld / Angriff
- Serge Gnabry – FC Bayern München
- Leon Goretzka – FC Bayern München
- Kai Havertz (Rückkehrer) – FC Arsenal
- Lennart Karl (Neuling) – FC Bayern München
- Jamie Leweling – VfB Stuttgart
- Felix Nmecha – Borussia Dortmund
- Leroy Sané – Galatasaray
- Kevin Schade – Brentford FC
- Deniz Undav (Rückkehrer) – VfB Stuttgart
- Florian Wirtz – FC Liverpool
- Nick Woltemade – Newcastle
Abwehr: Feststehende Kräfte und weitere Kandidaten
Für die Innenverteidigung und die defensive Struktur nennt Nagelsmann Kapitän Joshua Kimmich sowie die Innenverteidiger Antonio Rüdiger, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck als gesetzt, dazu David Raum. Waldemar Anton und Malick Thiaw fühlen sich ebenfalls recht sicher. Nathaniel Brown und Josha Vagnoman können sich Ende März empfehlen, während Matthias Ginter („sehr gute Saison“) und Yann Aurel Bisseck weiterhin auf dem Radar stehen. Für Spieler wie Maximilian Mittelstädt, Benjamin Henrichs oder Robin Koch gilt: eher geringere Chancen.
Defensives Mittelfeld: Pavlovic klarer Stammspieler
Aleksandar Pavlovic ragt im defensiven Mittelfeld als unumstrittener Stammspieler heraus; Leon Goretzka ist aus Nagelsmanns Sicht der logische Nebenmann. Der Bundestrainer forderte von Goretzka, beim Verein „ein bisschen mehr zu spielen als im Februar“, um seine Rolle zu untermauern. Felix Nmecha ist als dritte Option dabei, überraschende Nominierungen wie Anton Stach und Pascal Groß bieten zusätzliche Alternativen. Nagelsmann nannte Stach als „einen derjenigen, die reinrutschen können“.
Mittelfeld-Entscheidungen: Namen, die außen vor bleiben
Robert Andrich muss um seine Perspektive kämpfen; deswegen verzichtet Nagelsmann auf den Leverkusener. Angelo Stiller bleibt wegen seiner Ähnlichkeit zu Pavlovic ohne Chance auf die WM. Tom Bischof hat Gespräche geführt, doch Nagelsmann zieht Konkurrenten mit „mehr Rhythmus und Erfahrung“ vor.
Offensive: Musiala-Frage und die Auswahl der Sturmkräfte
Jamal Musiala ist das größte Sorgenkind — nicht wegen fehlender Qualität, sondern wegen der Fitness: „Er soll erstmal fit werden, um für die WM infrage zu kommen.“ Kai Havertz, Florian Wirtz, Serge Gnabry, Leroy Sané, Nick Woltemade und Deniz Undav dürfen dagegen mit einem Einsatz im Sommer planen. Von Kevin Schade, Karim Adeyemi und Maximilian Beier will Nagelsmann „nur einen, maximal zwei“ mitnehmen; aktuell ist nur Schade nominiert.
Junge Talente und Außenseiter
Jamie Leweling reist als Backup für Florian Wirtz mit. Jungstar Lennart Karl feiert seine erste Nominierung und steht nach Nagelsmanns Einschätzung vor Said El Mala. Assan Ouédraogo und Tim Kleindienst fallen verletzungsbedingt aus; Jonathan Burkardt hat nur geringe Chancen, wobei Nagelsmann klarstellte: Sollte ein Spieler im April zwölf Tore erzielen, erhöht sich seine Chance deutlich. Niclas Füllkrug wurde bei der Vorstellung nicht mehr genannt.