Manuel Neuer muss auf sein Comeback im DFB-Tor weiter warten: Beim letzten Heimspiel vor der WM am Sonntagabend in Mainz gegen Finnland fällt der 40-Jährige wegen einer Wadenverhärtung aus. Oliver Baumann rückt ins Tor, während sich in der möglichen Startelf zugleich ein deutlicher Bayern-Block abzeichnet. Im dritten Länderspiel des Jahres wird Deutschland in den blauen WM Awaytrikots auflaufen.
Nach Angaben von der DFB-Pressekonferenz heute kündigte Bundestrainer Julian Nagelsmann im neuen DFB-Retrotrikot von 1994 zudem personelle Änderungen an: Deniz Undav soll statt Nick Woltemade beginnen, außerdem könnten Felix Nmecha und Lennart Karl in die Startelf rücken. Insgesamt könnten gleich sechs Profis des FC Bayern von Beginn an auflaufen.
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So könnte Deutschland gegen Finnland beginnen
Für das letzte Heim-Länderspiel vor der Fußball-WM zeichnet sich damit folgende Formation ab: Baumann steht im Tor, davor bilden Kimmich, Tah, Schlotterbeck und Brown die Viererkette. Im Zentrum kommen womöglich Pavlovic und Goretzka zum Einsatz. In der offensiven Linie sind Karl, Musiala und Wirtz eingeplant, während Woltemade die Spitze besetzen könnte.
Die mögliche deutsche Elf im Überblick:
Baumann – Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Raum – Pavlovic, Nmecha – Karl, Musiala, Wirtz – Undav.
Baumann statt Neuer im DFB-Tor
Für Neuer bleibt es damit zunächst bei 124 Länderspielen. Sein bislang letztes absolvierte der Keeper vor fast genau zwei Jahren beim Viertelfinal-Aus der Heim-EM gegen Spanien, als Deutschland mit 1:2 verlor. Der viel beachtete Rücktritt vom Rücktritt bringt in Mainz also noch keinen neuen Eintrag in die Statistik.
Ganz überraschend kommt die Lage nicht, pikant ist sie dennoch. Neuer hatte bereits das Pokalfinale des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart verpasst, das die Münchner mit 3:0 für sich entschieden. Nun steht erneut Baumann zwischen den Pfosten, obwohl er erst kürzlich und kurzfristig als Nummer eins aus der erfolgreichen WM-Qualifikation verdrängt worden war.
Nagelsmann machte deutlich, dass die Vorsicht im Vordergrund steht. „Wir müssen uns keine Sorgen machen, er könnte dieses Spiel machen. Und wenn ich Manu fragen würde, ob er will, dann würde er sich ins Tor stellen. Aber ich sehe keinen Sinn darin, jetzt ein Restrisiko einzugehen bei einer Verhärtung.“ Der Bundestrainer legte sich fest: „Oliver wird spielen, und er wird gut spielen.“
Neuer verpasst nicht nur den letzten Test vor der Abreise ins zweite Trainingslager in Chicago, sondern wird auch in den kommenden Tagen im Home Ground in Herzogenaurach noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Nagelsmann erklärte dazu: „Es ist gut, wenn wir noch etwas Luft dran lassen und er diese Woche noch nicht einsteigt. Nächste Woche gibt es dann ein neues Update.“
Zweifel an der Abstimmung mit der Defensive hat der 37-Jährige nicht. „Manu ist kein Neuling, sondern ein Rückkehrer.“ Zugleich betonte er seine Überzeugung: „Wir sind mit Manu besser als ohne ihn.“ Mindestens einmal muss Deutschland aber noch ohne Neuer auskommen.
Fragen bleiben vor allem vorne offen
Besonders im Angriff ist die endgültige Besetzung noch nicht fix. Woltemade hat zwar zuletzt im Verein wieder getroffen, ist aber nach Einschätzung des Bundestrainers noch nicht in Topform. Musiala ist weiterhin nicht fit, Kai Havertz fehlt ebenfalls und steht am Samstag noch im Champions-League-Finale. Dadurch könnte sich die Tür für den jungen Bayern-Shootingstar Lennart Karl öffnen, der zusammen mit Pavlovic und Goretzka sowie Kimmich und Tah den Bayern-Block in der Startelf bilden könnte.