Florian Wirtz entscheidet in Basel mit zwei Traumtoren und zwei Vorlagen das freundschaftliche Duell gegen die Schweiz und sorgt dafür, dass die Deutsche Nationalmannschaft gewinnt 4:3 – ein wichtiges Signal in Richtung WM 2026. Das 4:3 (2:2) im St. Jakob-Park war ein Offensivfestival mit spektakulären Momenten, aber auch mit deutlichen Defensivproblemen. Julian Nagelsmann bedankte sich sichtbar bei seinem Spielmacher, während die wacklige Abwehr 79 Tage vor dem Aufbruch in die WM-Mission Kopfzerbrechen bereitet. Gleichzeitig präsentierte der Bundestrainer seine Vorstellung vom Einspielen für das XXL-Turnier, ohne Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic.
Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- Florian Wirtz überragt: Zwei Tore, zwei Vorlagen und der magische Einfluss
- Wacklige Abwehr bereitet Nagelsmann Sorgen
- Spielverlauf: Torfolge, Chancen und Schlüsselmomente
- Nagelsmanns WM-Plan und personelle Entscheidungen
- Standards, taktische Elemente und Umschaltspiel
- Wechsel, Rekorde und besondere Vorkommnisse
- Rahmen, historische Einordnung und Zuschauer
Florian Wirtz überragt: Zwei Tore, zwei Vorlagen und der magische Einfluss
Florian Wirtz überragt beim 4:3 in der Schweiz und avancierte mit zwei Wunder-Toren und zwei Vorlagen zum matchentscheidenden Akteur. Der Bundestrainer tätschelte nach dem furiosen 4:3 (2:2) in der Schweiz dem überragenden Florian Wirtz die linke Wange, auch die Teamkollegen klatschten mit dem grinsenden Fußball-Zauberer an. Mit seinem ersten Geniestreich zirkelte Wirtz den Ball aus halblinker Position ansatzlos in den Winkel (61.). Sein zweiter Geniestreich (86.) entschied schließlich die Partie und brachte den Sieg.
Assists und direkte Vorlagen
Wirtz bereitete zudem zwei Tore vor: Er setzte Gnabry in Szene zum Ausgleich kurz vor der Pause, und nach einer kurz ausgeführten Ecke zirkelte er den Ball auf den zweiten Pfosten, wo Jonathan Tah überlegt einköpfte (26.). Darüber hinaus legte Wirtz früh für Kai Havertz auf und bereitete weitere Großchancen vor, was seine herausragende Spielübersicht unterstrich.
Wacklige Abwehr bereitet Nagelsmann Sorgen
Die wacklige Abwehr der DFB-Elf machte Sorgen und bereitete Bundestrainer Nagelsmann in Basel einiges Kopfzerbrechen. Dan Ndoye (17.) nutzte gleich die erste Fehlerkette und brachte die Hausherren im St. Jakob-Park wie beim jüngsten Treffen bei der EM 2024 (1:1) in Führung. Ein abermaliger Fehlpass von Nico Schlotterbeck leitete das 1:2 ein, David Raum ließ Silvan Widmer unbehelligt flanken und Jonathan Tah Embolo unbedrängt einköpfen (41.).
Nach dem Ausgleich durch Jonathan Tah (26.) geriet die DFB-Elf durch Breel Embolo (41.) erneut in Rückstand; die Fehlerkette und die fehlende Zuordnung bei Flanken offenbarten Lücken in der Defensive. Gleichsam blieb die Abwehr bei wenigen Schweizer Vorstößen anfällig, was die Frage nach der Turnier-Stabilität in dieser Formation aufwirft.
Spielverlauf: Torfolge, Chancen und Schlüsselmomente
Das Spiel begann druckvoll aus deutscher Sicht: Nach Zuspiel des umtriebigen Wirtz hatte Leroy Sané (3.) früh eine erste Chance. Zehn Minuten später legte erneut Wirtz auf, diesmal für Neuner Kai Havertz, der an Torwart Gregor Kobel scheiterte. Nach einer Ecke blockte der aufgerückte Jonathan Tah unfreiwillig einen gefährlichen Gnabry-Schuss (14.).
Die Schweiz schlug mit ihrer ersten richtigen Chance zu: Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck spielte Granit Xhaka in den von Joshua Kimmich verlassenen Raum rechts hinten. Dort wurde Dan Ndoye von Angelo Stiller nur begleitet, der Schuss des Stürmers erwischte Torwart Oliver Baumann kalt im kurzen Eck (17.). Nach dem Ausgleich durch Jonathan Tah (26.) brachte Breel Embolo die Hausherren erneut in Führung (41.), doch Serge Gnabry glich mit dem Pausenpfiff aus (45.+2).
In der zweiten Halbzeit begann Wirtz mit dem unglaublichen Treffer zum 3:2 (61.), Lennart Karl sollte als Joker den ersten Sieg über den Nachbarn seit 2008 mit über die Zeit bringen, doch Joel Monteiro (79.) schockte die DFB-Auswahl. Erst ein weiterer Geniestreich von Wirtz (86.) brachte den 4:3-Sieg.
Nagelsmanns WM-Plan und personelle Entscheidungen
Zweieinhalb Monate vor dem WM-Start in Houston gegen Außenseiter Curaçao legte Nagelsmann seine Karten auf den Tisch. „Einspielen“ für das XXL-Turnier lautete sein Motto, das bedeutete: Die Elf von Basel soll auch seine Stammformation für die USA, Mexiko und Kanada sein – mit zwei, höchstens drei Änderungen. Nagelsmann war gespannt, „wie wir nach so einer langen Pause reinkommen“.
Aus diesem Grund fehlten namentlich vor allem die in Topform gesetzten Münchner Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic, die aktuell fehlen. Für Pavlovic durfte der nachnominierte Stuttgarter Angelo Stiller im Mittelfeld neben Leon Goretzka den Sechser geben – er tat dies solide. Musialas Zehner-Part übernahm wie in der Qualifikation Gnabry, für den Leroy Sané über rechts kam.
Standards, taktische Elemente und Umschaltspiel
Nagelsmann setzte verstärkt auf Standards mit Blick auf die Endrunde: Beim Ausgleich zahlte sich das aus, als nach einer kurz ausgeführten Ecke Wirtz den Ball auf den zweiten Pfosten zirkelte, wo Tah einköpfte. Insgesamt funktionierte phasenweise das Gegenpressing, das Umschaltspiel lief flüssig und die Offensive gefiel, nur an der Effektivität mangelte es.
Gleichzeitig blieben dennoch individuelle Stellungsfehler und Fehlpässe im Aufbau ein Problem. Die Standards trugen positiv zum Spiel bei, aber die mangelnde defensive Absicherung bei Kontern zeigte Lücken, wie beispielsweise als der Augsburger Fabian Rieder bei einem Konter an die Latte scheiterte (43.).
Wechsel, Rekorde und besondere Vorkommnisse
Nach der Pause ging beim Gegner das große Wechselspiel los; beide Teams hatten bis zu elf Tausch-Möglichkeiten vereinbart. Debütant Lennart Karl sollte als Joker den ersten Sieg über den Nachbarn seit 2008 mit über die Zeit bringen, doch Joel Monteiro (79.) schockte die DFB-Auswahl. Der auffällige Serge Gnabry vergab weitere Chancen, unter anderem scheiterte er aus spitzem Winkel (47.).
Oliver Baumann erwischte beim 0:1 einen unglücklichen Moment, als Ndoyes Schuss ihn im kurzen Eck traf, und Kai Havertz hatte mehrere Versuche, scheiterte aber an Gregor Kobel. Insgesamt brachten die Wechsel Dynamik, brachten aber auch Unruhe in die Defensive.
Rahmen, historische Einordnung und Zuschauer
Das Duell in Basel fand im St. Jakob-Park statt und erinnerte an das jüngste Treffen bei der EM 2024, das 1:1 endete. Julian Nagelsmann wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte, und Ex-Bundestrainer Joachim Löw verfolgte das Spiel vor Ort. 79 Tage vor dem Aufbruch in die WM-Mission blieb die Defensive das große Fragezeichen.
Die Partie war geprägt von einem offenen Spielverlauf, vielen Torraumszenen und spektakulären Aktionen, wobei die Offensive dominierte und die Defensive erneut anfällig wirkte. Am Ende machte Wirtz den Unterschied.